Training - Leistungstest
Zur Bestimmung der für das jeweilige Trainingsziel optimalen Herzfrequenz
gibt es verschiedene Methoden. Für Laufanfänger reichen in der Regel sehr einfache Methoden
durchaus. Wer jedoch ambitionierter laufen möchte, vielleicht bestimmte Ziele vor Augen hat –
und diese in absehbarer Zeit erreichen möchte, kommt kaum um ein gezieltes Training herum.
Für diese Läufer machen genauere Leistungstests, die die individuelle Herzfrequenz möglichst
genau bestimmen, Sinn. Denn auf diese Tests lassen sich Trainingspläne optimal aufbauen.
Es gibt verschiedene Methoden zur Bestimmung der maximalen Herzfrequenz. Alle haben ihre
Vor- und Nachteile. Und auch über Trainingspläne lässt sich lange philosophieren.
Zeitschriften, Literatur und nicht zuletzt das Internet sind voll von ihnen. Hier nur einige
wesentliche Grundlagen, die dir den Überblick bei der weiteren Recherche erleichtern sollen.
Die Wahl der optimalen Methode hängt nämlich immer auch ein wenig von der persönlichen
Laufambition und den gesteckten Zielen ab.
Diese Methode ist zwar nicht sehr wissenschaftlich, dafür aber gut erprobt.
Denn solange der Sauerstoff noch für intensive Gespräche reicht, kommt auch noch genügend
davon ins Blut und ermöglicht damit das für die Grundlagenausdauer erwünschte
Fettstoffwechseltraining. Beginnst du zu hecheln, fällt dir das Sprechen schwer, beginnst du
übermäßig zu schwitzen – Tempo rausnehmen.
Diese Methode, konsequent angewendet, reicht durchaus für die ersten Laufanfänge, etwa im
Rahmen des lockeren Fitnesstrainings.
Eine grobe Orientierung bietet die folgende Formel:
Frauen 230 - Lebensalter = maximale Herzfrequenz
Männer 220 - Lebensalter = maximale Herzfrequenz
Doch Vorsicht! Da die maximale Herzfrequenz individuell sehr verschieden ist, birgt die Ermittlung mittels einer Formel oft Ungenauigkeiten mit sich.
Die meisten Läufer benutzen bereits zu Beginn ihres Trainings eine Pulsuhr.
Einerseits, um die gelaufene Zeit zu stoppen, andererseits bieten die meisten Pulsuhren die
Möglichkeit, die individuelle Herzfrequenz zu messen. Das Prinzip der Pulsuhr beruht ebenfalls
auf einer allgemeinen Formel, die auf die individuellen Laufergebnisse angewendet wird. Dies
ist in der Regel hinreichend genau, um erste, effektive Trainingseinheiten zu absolvieren und
die Grundlagenausdauer zu entwickeln. Bereits ambitionierten Anfängern empfehlen wir das
Training mit Pulsuhr, denn die Erfahrung zeigt immer wieder: Gerade Anfänger laufen zumeist
relativ schnelle, aber kurze Einheiten – leider ist dies aber für ein effektives
Grundlagentraining nicht besonders zielführend. Besser ist tatsächlich: Tempo herausnehmen
und am Puls orientieren (ca. 70 % der max. Herzfrequenz).
Und so funktioniert es:
Persönliche Daten, wie Alter, Gewicht, Geschlecht in die Pulsuhr eingeben.
Pulsuhr und Gurt anlegen, Funktion starten und dann in fünf aufeinander folgenden Phasen immer ein bisschen schneller laufen (ca. 10 Herzschlägen pro Minute).
Die mit der Pulsuhr ermittelten Werte entsprechen bei den meisten Erwachsenen 65 – 85 % der maximalen Herzfrequenz = optimaler Trainingsbereich für Grundlagenausdauer/ Training im aeroben Bereich.
Die maximale Herzfrequenz kann mit einem individuellen Leistungstestes durch eine Pulsuhr bestimmt werden:
30 Minuten einlaufen - mit Steigerungsläufen und schnellen Antritten
1 km maximales Tempo laufen
Endspurt
Der höchste gemessene Pulswert ist die maximale Herzfrequenz. Damit ist die Grundlage bekannt,
um individuelle Trainingsziele zu definieren. Denn Trainingspläne beruhen auf prozentualen
Angaben der max. Herzfrequenz, z.B. Dauerlauf GA 1 mit 70 % der maximalen Herzfrequenz.Weitere
Beispiele für individuelle Trainingsziele findest du unter Marathontraining.
Dieser Test ist einfach, kostengünstig und hinreichend genau, um eine Orientierung für ein
gezieltes Training zu erhalten. Denn das Wissen um die individuelle max. Herzfrequenz ist
unbedingte Voraussetzung für ein effektives Training im fortgeschrittenen Bereich
Halbmarathon/ Marathon).
Bei einem Laktattest wird die Bildung von Milchsäure im Blut in Ruhe, unter
Belastung und in der Nachbelastungsphase ermittelt. Ziel ist es, die optimalen Trainingsbereiche
festzustellen, das heißt, bei welcher Herzfrequenz effektiv trainiert werden kann. Die
Rennschnecken 2000 bieten ihren Mitgliedern regelmäßig kostengünstige Laktattests bei
regionalen Diagnostikinstituten an. Sobald sich ca. fünf Interessenten finden, vereinbaren
wir einen gemeinsamen Testtermin. In der Regel ist dies im Frühjahr und im Herbst der Fall.
Doch zunächst die biochemische Grundlage: Laktat oder auch Milchsäure entsteht als Nebenprodukt
der Energiegewinnung bei intensiven Belastungen. Wenn vermehrt Laktat gebildet wird, dann ist
das immer ein Zeichen dafür, dass die beanspruchte Muskulatur nicht hinreichend Sauerstoff
zur Energiefreisetzung nutzen kann und deshalb Glukose (Kohlenhydrat statt Fette) abgebaut
wird. Dabei kommt es zu einer Übersäuerung des Muskels durch Milchsäure, der Muskel muss seine
Arbeit einstellen. Subjektive Anzeichen für eine schwindende Leistungsfähigkeit sind zum
Beispiel ein "Brennen" der verhärteten Muskeln oder "schwere" Beine.
Im Ruhezustand liegt die Laktatkonzentration im Blut bei 1 - 2 mmol/l. Eine Trainingsbelastung,
die den Laktatkonzentration nicht über 2 mmol/l steigen lässt wird als aerob bezeichnet. Bei
einer Laktatkonzentration zwischen 2 - 4 mmol/l, befindet man sich in aerob-anaeroben
Grenzbereich. Ab einer Laktatkonzentration von über vier mmol/l beginnt der anaerobe Bereich.
Dieses Wissen wird für den Laktattest genutzt.
Und nun zum Ablauf: Auf dem Laufband oder direkt auf dem Sportplatz wird ein stufenförmig
ansteigendes Belastungsprofil durchlaufen. Alle 5 Minuten erfolgt eine Erhöhung der
Belastungsintensität (Laufgeschwindigkeit) bis zu einer max. möglichen Belastung. Die
Laktatentnahmen erfolgen jeweils zum Ende der Belastungsstufe. Zusätzlich wird die Herzfrequenz
gemessen.
Anhand der erhobenen Parameter Herzfrequenz und des jeweiligen Laktatwerts im Blut wird
ablesbar, bei welchen Pulswerten die aerobe und die anaerobe Schwelle liegen. Daraus lassen
sich die persönlichen Bereiche für den Fettstoffwechsel, den Mischstoffwechel und den partiell
anaeroben Stoffwechsel ableiten. Auf dieser Basis werden individuelle, auf das persönliche
Leistungsziel abgestimmte Trainingsempfehlungen gegeben.
Der Laktattest bietet die genaueste Messung der individuellen Pulsfrequenz und bieten gerade
vor dem ersten (Halb-)Marathon eine wertvolle Orientierung im Training, denn es werden
indivuelle, auf das persönliche Leistungsniveau abgestimmte Trainingspläne möglich.
Allerdings ändert sich natürlich die max. Herzfrequenz mit zunehmendem Training, so dass
Laktattest bei ambitionierten Läufern regelmäßig wiederholt werden sollten.
Der Cooper-Test eignet sich als reiner Leistungsvergleich, z.B. wenn du deine
Fitness am Beginn und am Ende einer Saison testen möchtest. Hierzu musst du innerhalb von
12 min die größtmögliche Strecke zurücklegen, am besten in gleichmäßigem Tempo, denn dann ist
die größte Distanz zu schaffen. Der Test wird möglichst auf einem Sportplatz (400 m-Bahn)
durchgeführt.
Für verschiedene Altergruppen, Frauen und Männer wurden entsprechend der zurückgelegten
Strecke Leistungskategorien zwischen „ausgezeichnet“ und „ungenügend“ festgelegt (siehe Tabelle).
| Kategorie | 15-19 J. | 20-29 J. | 30-39 J. | 40-49 J. | 50-59 J. | >60 J. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ausgezeichnet | >2430 | >2340 | >2240 | >2160 | >2100 | >1900 |
| sehr gut | 2290-2430 | 2150-2340 | 2070-2230 | 1990-2150 | 1890-2090 | 1750-1900 |
| gut | 2070-2290 | 1960-2150 | 1890-2070 | 1780-1990 | 1690-1890 | 1580-1750 |
| ausreichend | 1890-2070 | 1780-1960 | 1690-1890 | 1570-1780 | 1500-1690 | 1390-1580 |
| mangelhaft | 1600-1890 | 1540-1780 | 1500-1690 | 1410-1570 | 1340-1500 | 1250-1390 |
| ungenügend | <1600 | <1540 | <1500 | <1410 | <1340 | <1250 |
| Kategorie | 15-19 J. | 20-29 J. | 30-39 J. | 40-49 J. | 50-59 J. | >60 J. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ausgezeichnet | >2980 | >2830 | >2710 | >2650 | >2530 | >2490 |
| sehr gut | 2760-2980 | 2620-2830 | 2500-2710 | 2460-2650 | 2310-2530 | 2120-2490 |
| gut | 2150-2760 | 2390-2620 | 2330-2500 | 2230-2460 | 2090-2310 | 1930-2120 |
| ausreichend | 2200-2150 | 2100-2390 | 2090-2330 | 1990-2230 | 1870-2090 | 1640-1930 |
| mangelhaft | 2080-2200 | 1950-2100 | 1890-2090 | 1820-1990 | 1650-1870 | 1370-1640 |
| ungenügend | <2080 | <1950 | <1890 | <1820 | <1650 | <1370 |